Auf einen Blick: wichtige Infos und Gesetze für Hundehalter

Rechte, Bedingungen, Gesetze – als Hundehalter gibt es einiges zu beachten. Was genau, darum geht’s in diesem Artikel.

 

Anmeldung & Steuer

Ein Hund muss an seinem jeweiligen Wohnort gemeldet werden, da Hunde grundsätzlich steuerpflichtig sind. Die Anmeldung sollte spätestens zwei bis vier Wochen nach dem Einzug erfolgen. Meldepflichtig ist auch, wenn der Hund umzieht, verstirbt oder an Verwandte oder ein Tierheim abgegeben wird.

In vielen Städten gibt es bereits ein Onlineportal für das Hunderegister, wo man seinen Hunde über ein simples Formular kostenlos melden kann. Danach erhält man einen schriftlichen Bescheid für die erste Steuerzahlung und die zugehörigen Steuermarke, die der Hund ab sofort immer sichtbar tragen muss. Sonst kann ein Bußgeld von bis zu 10.000 € fällig werden.

Blinden- und Rettungshunde sind von der Hundesteuer befreit, ebenso können Hunde aus dem Tierheim mitunter bis zu drei Jahre freigestellt werden. Die Steuern sind von Stadt zu Stadt sehr unterschiedlich.

In Berlin sind es ca. 120 € pro Jahr, in Hamburg 90 € und in Ingolstadt (Bayern) rund 65 €.

Hier gibt’s die genauen Zahlen für alle Städte

Zweit- und Dritthunde werden nochmal teurer. Und auch Rasse und Größe spielen eine große Rolle bei der Steuer. Für gefährlich eingestufte Hunde (siehe weiter unten im Artikel) erhöht sich die Steuer um das drei- bis vierfache.

Die Hundesteuer ist übrigens nicht an einen Zweck gebunden und wird nicht unbedingt z.B. für die Reinigung der Gehwege oder den Ausbau von Auslaufflächen genutzt. Teilweise fließen die Gelder in komplett andere Bereiche.

 

Haftpflichtversicherung

Hundehalter sind verpflichtet, eine Haftpflichtversicherung für ihren Hund abzuschließen. Je nach Rasse und Leistungsumfängen unterscheiden sich diese stark im Preis.

So gibt es Optionen mit und ohne Selbstbeteiligung, man kann Auslandsreisen mitversichern oder auch Ereignisse, bei denen der Hund nicht unter der eigenen Aufsicht steht (wie z.B. bei einem nicht gewerblichen Hundesitter). Eigene Gegenstände sind grundsätzlich nicht versicherbar. 

Im Netz gibt es jede Menge Versicherungsvergleichsportale wie z.B. hier.

 

Mikrochip

Hundehalter sind dazu verpflichtet, ihrem Hund einen fälschungssicheren Mikrochip einsetzen zu lassen, denn der Mikrochip ist wie eine Art Personalausweis. Der Hund lässt sich über den Chip identifizieren, z.B. bei einem Portal wie Tasso, wo entlaufene Hunde wiedergefunden werden können. Daher ist er extrem wichtig - sowohl für den Hund als auch seinen Halter.

Der Mikrochip ist 5 x 11 mm klein, was ungefähr der Größe eines Reiskorns entspricht. Er enthält eine 15-stellige Identifikationsnummer, die am besten auch direkt im Impfpass vermerkt wird. Die Kosten für die Implantierung sind bei jedem Tierarzt unterschiedlich, belaufen sich jedoch meist auf ca. 30 €.

Der Chip wird mit einer einmaligen Spritze auf der linken Nackenseite eingesetzt. Der Hund hat hierbei keine Schmerzen - das Gefühl ist eher mit einer Impfung zu vergleichen. Der Mikrochip ist inaktiv und sendet somit keine Strahlen aus, außerdem wird der Chip nur über elektromagnetische Wellen gelesen. Er ist von dünnem Glas umhüllt und hält somit ein Leben lang. Eine Antimigrationshülle verhindert, dass der Chip im Körper wandert.

 

Leinenpflicht

Die Leinenpflicht gilt in Berlin, Hamburg, Brandenburg, Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein Westfalen, Sachsen Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Es gibt gewisse Einschränkungen und Freiheiten, die sich je nach Bundesland unterscheiden.

Die genauen Bestimmungen können hier nachgelesen werden.

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Von Leinenpflicht bis Mikrochip

als Hundehalter hat man einiges zu beachten

Durch eine offizielle Gehorsamkeitsprüfung kann der Hund von der Leinenpflicht befreit werden, er muss dafür jedoch mindestens zwölf Monate alt sein. Die Prüfung wird mit ca. sechs bis zwölf anderen Hunden absolviert. Geprüft werden die Grundkommandos wie „Sitz“, „Platz“ und „Steh“, das lockere Laufen an der Leine und ob der Rückruf einwandfrei funktioniert. Die Prüfung ist nicht übertragbar. Heisst: jedes Familienmitglied, das ohne Leinenpflicht mit dem Hund spazieren gehen möchte, muss die Prüfung ablegen.

Die Kosten für die Prüfung liegen zwischen 9 € und 18 €, je nach Prüfstelle. Das Halsband muss trotzdem getragen werden, damit auch die Steuermarke sichtbar am Körper des Hundes befestigt ist.

 

Kot(beutel)

In Deutschland sind die Hundehalter dazu verpflichtet, die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner aufzusammeln. Abhängig vom Bundesland können für die Ordnungswidrigkeit „Kot im öffentlichen Raum liegen lassen“ zwischen 10 € und 150 € fällig werden.

Hier werden die genauen Beträge aufgelistet.

Auf Spielplätzen, auf denen Hunde meist ohnehin nicht erlaubt sind, kann es sogar zu einer Anzeige kommen, da der Kot für die Kinder ein gesundheitliches Risiko darstellt.

Kotbeutel kann man sich in den meisten Städten kostenlos zusenden lassen oder in der örtlichen Drogerie mitnehmen. Für umweltbewusste Hundehalter gibt es die Beutel anstatt aus Plastik auch aus recyclebaren Materialien. Diese zersetzen sich zwar deutlich schneller, sollten aber trotzdem im Mülleimer entsorgt werden.

 

Hunde Auslaufzonen

In Hundeauslaufzonen dürfen sich unsere vierbeinigen Freunde ohne Leine im öffentlichen Raum frei bewegen. Hier können sie unbeschwert toben und mit ihren Artgenossen spielen. Auf den Websites der jeweiligen Stadt findet man eine Übersicht der entsprechenden Flächen. Noch komfortabler gestaltet sich die Suche über die App “Dog’s Places”.

Lokal sind sie in der Regel mit Schildern gekennzeichnet, an denen auch direkt Kotbeutel befestigt sind, damit die Hundewiese sauber bleibt. Auf freien Auslaufflächen sollte der Hund generell gut sozialisiert sein und die Grundkommandos beherrschen. Gefährliche Hunde müssen an der Leine geführt werden.


Gefährliche Hunde (Listenhunde)

Ob es grundsätzlich gefährliche Hunde gibt oder auffällige Hunde nur das Ergebnis einer unangemessenen Erziehung sind: rechtlich gibt es aktuell die Einstufung „Gefährlicher Hund“. Die Mehrkosten sowohl für die Hundesteuer als auch bei der Versicherung entstehen durch das „höhere“ Risiko. In Hamburg z.B. belaufen sich die Steuern hierbei auf 600 € pro Jahr.

Bevor ein “gefährlicher Hund” einziehen darf, muss die Haltung beim Amt beantragt werden. Ausnahmen sind möglich bei der Übernahme von entsprechenden Hunden aus dem Tierheim. Der Halter muss mindestens 18 Jahre alt sein, der Hund kastriert und in einer Hundeschule angemeldet sein, außerdem muss ein Gesundheits- und ein Führungszeugnis des Halters vorgelegt werden. Der Hund darf nicht aus einer verbotenen Zucht oder illegalen Einfuhr stammen. Weiterhin muss ein positiver Wesenstest des Hundes vorliegen, der Halter muss ein berechtigtes Interesse an der Haltung eines “gefährlichen Hundes” schriftlich darlegen und die erforderliche Sachkunde zur Haltung “gefährlicher Hunde” muss belegt werden. Auch müssen der Abschluss einer Haftpflichtversicherung sowie die Chipnummer des Hundes nachgewiesen werden.

“Gefährliche Hunde” werden in den meisten Bundesländern in verschiedene Kategorien eingeteilt - diese unterscheiden sich pro Bundesland.

Kategorie 1 (definitiv gefährlich): Bullterrier, Pitbull-Terrier, American Staffordshire Terrier und Staffordshire Bullterrier gelten immer als gefährliche Hunde, ebenso wie jegliche Kreuzung aus und mit diesen.

Kategorie 2 (Gefährlichkeit vermutet, aber widerlegbar): Bullmastiff, Dogo Argentino, Bordeauxdogge, Fila Brasileiro, Kangal, Kaukasischer Owtscharka, Mastiff, Mastin Espanol, Mastino Napoletano, Rottweiler und Tosa Inu ebenso jegliche Kreuzung mit und aus diesen Rassen, werden zunächst als gefährlich eingestuft.

Neben diesen rassespezifischen Klassifizierungen können auch Hunde, die aufgrund ihres aggressiven Verhaltens auffällig geworden sind - also beispielsweise beißen, Vieh hetzen und reißen oder einen Menschen angegriffen haben, als gefährlich eingestuft werden.

Gefährliche Hunde müssen immer einen Maulkorb und eine Leine tragen, wobei die Leine an öffentlichen Orten wie Einkaufszentren nicht länger als 2 m sein darf.