WELPEN AUF EBAY

Sie sind klein, süß und niedlich und auf eBay Kleinanzeigen oft recht "günstig zu haben": Hunde Babies. Das Geschäft mit den Welpen boomt. Doch gerade auf Plattformen wie eBay Kleinanzeigen ist absolute Vorsicht geboten! Oft sind die Kleinen krank, nicht entwurmt und geimpft, der Mutter zu früh entrissen. Viele Hündinnen werden als Geburtsmaschine missbraucht und sind dadurch schwer traumatisiert - genauso wie ihre Welpen, die oft eine Horror-Fahrt aus dem Ausland nach Deutschland hinter sich haben.

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Beim Anblick kleiner Welpen lassen sich viele Menschen blenden und fallen aufgrund von Unwissenheit auf illegale Händler rein - das möchte die Tierschutzorganisation "VIER PFOTEN" mit ihrer Kampagne ändern.

All das sieht man den Tieren auf den ersten Blick meist nicht an, denn die "Hundemafia" hat so ihre Tricks: so findet der Verkauf beispielsweise über Hintermänner statt, die einen seriösen Eindruck erwecken. Es werden fit aussehende Hunde als Eltern präsentiert und aufkommende Fragen ausweichend beantwortet.

Wenn man die kleinen süßen Wonneproppen sieht, hört man vielleicht auch nicht so genau hin. Und genau darauf setzen die Händler. Das Schlimme ist: in vielen Fällen sterben die kleinen Welpen bereits nach wenigen Wochen oder sie bleiben chronisch krank. Im besten Fall haben sie "nur" Verhaltensstörungen durch das Erlebte.

 

Wie kann man DEN ILLEGALEN WELPENHANDEL stoppen?

Die Organisation "VIER PFOTEN" macht mit ihrer Kampagne "DANKE EBAY" auf die schrecklichen Zustände aufmerksam. Es wird genau erklärt, wie der illegale Welpenhandel abläuft und warum es momentan so schwer ist, dagegen vorzugehen. Auch STERN TV hat bereits mit versteckter Kamera gefilmt. Auf beiden Websites wird sehr gut informiert, worauf man achten sollte, wenn man sich für einen Welpenkauf auf eBay Kleinanzeigen interessiert - damit man eben nicht bei einem illegalen Händler landet.

 
Auszug aus der Kampagnenwebsite "DANKE EBAY" von VIER PFOTEN

Auszug aus der Kampagnenwebsite "DANKE EBAY" von VIER PFOTEN

 
 
 

Bei VIER PFOTEN gibt es eine außerdem eine Petition, um Druck auf eBay auszuüben. Es soll weltweit mehr Transparenz im Kaufprozess geschaffen werden: Gefordert wird eine Verkäufer-Identitätsprüfung und die Einhaltung der Tierschutzstandards. Außerdem sollen entsprechende Anzeigen vor Veröffentlichung überprüft werden.

Auch wenn eBay selbst diese Forderungen als "zahnlosen Tiger" abtut, würde der illegale Handel zumindest erschwert. 

Zudem existieren technische Möglichkeiten, die es Seiten von Kleinanzeigen erlauben, seine Nutzer zu identifizieren. Wie z.B. in Dänemark: hier verbindet eBay's Kleinanzeigen-Plattform DBA.dk ihre Nutzer freiwillig mit einem System, das die Identität eines Nutzers verifiziert. Und zwar über einen Abgleich mit der dänischen Personal-Identifikation-Nummer, die Teil des nationalen Zivilregisters ist.

 

ERSTE ERFOLGE

Einen großen Erfolg der Kampagne gibt es seit Mitte August 2018 in Großbritannien zu vermelden! Die britische eBay Kleinanzeigen Plattform "Gumtree" hat die wichtigste Forderung der Tierschutzorganisation umgesetzt: Kleinanzeigen werden ab sofort durch eine Schutzgebühr freigeschaltet. Auf diese Weise können Anbieter einwandfrei identifiziert werden. Eine Strafverfolgung wird somit vereinfacht.

Unabhängig davon geht England sogar noch einen Schritt weiter: ab Oktober 2018 dürfen Hunde- oder Katzenbabies, die jünger als 8 Wochen sind, nicht mehr verkauft werden. Die britische Regierung hat zudem einen Plan vorgestellt, die den Verkauf für Zoofachgeschäfte und Tierhändler komplett verbieten soll. Hunde- und Katzenwelpen dürften dann nur noch über Tierheime oder verifizierte Züchter veräußert werden. Auch diesem geplanten Gesetz ging eine große Tierschutzkampagne voraus: "Lucy's Law". Die kleine Cavalier King Spaniel Hündin Lucy wurde 2013 zwar aus einer Welpenfarm gerettet, hatte aber so massive gesundheitliche Probleme, dass sie trotz intensiver Behandlung viel zu früh verstarb. Die daraufhin gestartete Petition führte tatsächlich zu besagtem Gesetzentwurf. Mehr Infos dazu findet ihr hier.

Einen weiteren deutschen Artikel dazu findet ihr auch bei der WELT.

 

 

 

Kommentar

Man muss sich immer wieder klar machen, dass hier um Lebewesen geht, nicht um irgendwelche Schuhe! Wir finden, dass die Verkäufer-Identitätsprüfung und die Einhaltung von Tierschutzstandards unabdingbar sind, daher unterstützen wir die Kampagne von VIER PFOTEN.

Natürlich ist nicht jeder Händler ein schwarzes Schaf, daher sollte man sich unbedingt genau informieren. Auf der Website von Stern TV gibt es eine weitere sehr gute Checkliste.